1. Warum Bewerbungen heute scheitern – und welche Rolle digitale Systeme spielen

Viele Bewerbungen scheitern heute nicht an fehlender Qualifikation, sondern an digitalen Systemen im Hintergrund. Einblick aus der Coachingpraxis und verständliche Einordnung moderner Bewerbungsprozesse.
Warum Bewerbungen heute scheitern – und welche Rolle digitale Systeme spielen

Inhaltsverzeichnis

Warum Bewerbungen heute so oft abgelehnt werden – was wir im Coaching täglich erleben

In unseren Coachings begegnen uns immer wieder Menschen, die fachlich gut aufgestellt sind, Berufserfahrung mitbringen und sich ernsthaft bewerben – und dennoch eine Absage nach der anderen erhalten. Was diese Situation so belastend macht, ist weniger die einzelne Absage als die Häufung und die fehlende Nachvollziehbarkeit.
Viele Teilnehmende kommen mit Frustration ins Coaching. Sie berichten davon, dass sie sich Mühe geben, Unterlagen anpassen, Gespräche vorbereiten – und trotzdem immer wieder abgelehnt werden. Besonders schwierig ist dabei, dass Absagen häufig standardisiert erfolgen oder ganz ohne Rückmeldung bleiben. Zurück bleibt das Gefühl, nicht gesehen zu werden.
Aus unserer Coachingpraxis wissen wir: Diese Frustration ist verständlich. Und sie hat in vielen Fällen nichts mit mangelnder Qualifikation oder fehlender Motivation zu tun.

Absagen entstehen heute oft früher, als viele denken

Was im Bewerbungsprozess selten sichtbar ist: In vielen Unternehmen werden Bewerbungen heute nicht zuerst von Menschen gelesen. Sie durchlaufen zunächst digitale Systeme, sogenannte Bewerbermanagementsysteme oder Applicant Tracking Systems (ATS).


Diese Systeme sortieren Bewerbungen, lesen Inhalte aus und entscheiden, welche Unterlagen an Personalverantwortliche weitergeleitet werden. Für Bewerbende ist dieser Schritt unsichtbar. Sie erhalten lediglich eine Absage – oft ohne Erklärung.


Im Coaching erklären wir deshalb immer wieder:
Eine Absage bedeutet heute nicht automatisch, dass jemand fachlich ungeeignet ist. Häufig entscheidet bereits ein digitales System darüber, ob eine Bewerbung überhaupt weiter betrachtet wird.

Was Bewerbermanagementsysteme leisten – und was nicht

ATS-Systeme sind darauf ausgelegt, Bewerbungen effizient zu verarbeiten. Sie erkennen bestimmte Strukturen, lesen Textinhalte aus und suchen nach relevanten Begriffen. Was sie nicht leisten können, ist eine Bewertung von Persönlichkeit, Motivation oder Potenzial.


In der Praxis sehen wir häufig, dass Bewerbungen mit viel Mühe gestaltet wurden, aber technisch ungünstig aufgebaut sind. Komplexe Layouts, Tabellen, Grafiken oder ungewöhnliche Formate können dazu führen, dass Inhalte nicht richtig erkannt werden – unabhängig davon, wie gut sie inhaltlich sind.


Das führt zu einer Situation, die viele Teilnehmende als besonders ungerecht empfinden:
Sie werden abgelehnt, ohne dass ihre tatsächlichen Fähigkeiten eine Rolle gespielt haben

Was wiederholte Absagen mit
Menschen machen

Im Coaching erleben wir, dass wiederholte Absagen nicht folgenlos bleiben. Sie wirken nicht nur auf der Sachebene, sondern auch emotional. Selbstzweifel entstehen, Motivation geht verloren und manche Menschen beginnen, ihre gesamte berufliche Kompetenz infrage zu stellen.


Viele versuchen, immer mehr zu verändern: andere Formulierungen, neue Designs, neue Strategien – oft ohne zu wissen, woran es tatsächlich liegt. Genau hier entsteht ein Teufelskreis aus Unsicherheit, Anpassung und weiterer Frustration.


Unsere Erfahrung zeigt: Sobald Menschen verstehen, dass digitale Prozesse eine Rolle spielen, verändert sich etwas. Die Absagen werden einordenbarer. Der Druck nimmt ab. Und es entsteht wieder Handlungsspielraum.

Warum Verstehen
der erste wichtige Schritt ist

Im Coaching setzen wir deshalb bewusst beim Verstehen an. Nicht, um Schuld zuzuweisen, sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Wer weiß, dass digitale Systeme Teil des Bewerbungsprozesses sind, kann Bewerbungen anders betrachten – sachlicher, realistischer und mit mehr Distanz zu den eigenen Selbstzweifeln.


Diese Einordnung bedeutet nicht, dass Absagen verschwinden. Aber sie hilft, sie nicht automatisch als persönliches Urteil zu verstehen. Und genau das ist oft der erste Schritt, um wieder konstruktiv weiterarbeiten zu können.

Ein Blick nach Vorn

Bewerbungen bewegen sich heute im Spannungsfeld zwischen Mensch und System. Wer dieses Zusammenspiel versteht, kann bewusster damit umgehen. Wie Bewerbungen so gestaltet werden können, dass sie sowohl digitalen Anforderungen als auch der eigenen Persönlichkeit gerecht werden, ist eine Frage der nächsten Schritte.

Darum geht es im nächsten Beitrag:

Was man konkret tun kann – und wie Coaching dabei unterstützt.

Ich begleite Menschen dabei, innere Klarheit zu gewinnen, alte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln – persönlich wie beruflich. Mein Coaching verbindet Tiefe, Struktur und einen zeitgemäßen Blick auf Veränderung.

 

Ich arbeite mit Menschen, die spüren, dass sich etwas verändern möchte: im Leben, im Denken oder im beruflichen Kontext. 

 

Oft stehen sie an einem Punkt, an dem äußere Anforderungen und innere Überzeugungen nicht mehr zusammenpassen. Genau hier setze ich an.

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